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10. Demografie-Kongress

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11. Demographie-Kongress Best Age

08.11. - 09.11.2016


Das war der 10. Demographie-Kongress 2015

BU: Nicht zuletzt die Pflege ist einer der größten Herausforderungen der nächsten Jahre. Innovative Ideen, wie sie auch auf dem Demografie-Kongress zu sehen waren, werden gebraucht. Da ändert auch die aktuelle Flüchtlingssituation nichts. Foto: BS/Dombrowsky

Mutiger und strategischer denken

Flüchtlingssituation birgt demografische Chancen / Demografiepolitik weiterführen

(BS/Carsten Köppl) Ist der demografische Wandel abgesagt? Angesichts der neuen, jedoch noch unbestätigten Zahlen von bis zu 1,5 Millionen Flüchtlingen in 2015 können zumindest einige Prognosen zur Schrumpfung der Bevölkerung neu überdacht werden. Die aktuelle Flüchtlingssituation und die Demografiepolitik lassen sich nicht voneinander trennen, das zeigten die zahlreichen Diskussionen. Daher stand der Demografie-Kongress Best Age in diesem Jahr ganz im Lichte der aktuellen Ereignisse.
"Deutschland wächst derzeit und wird dies auch noch weitere fünf bis sieben Jahre tun", betonte Familienstaatssekretär Dr. Ralf Kleindiek zur Eröffnung des Kongresses. Jedoch werde die aktuelle Zuwanderung den demografischen Wandel nur verlangsamen, nicht stoppen, so seine Prognose. Prof. Dr. Harald Welzer, Sozialpsychologe und Transformationsforscher, hält den Stopp des demografischen Wandels durchaus für möglich. Die Flüchtlingskrise ist für ihn kein kurzfristiges Phänomen, sondern ein Zustand, auf den Deutschland sich einstellen müsse. "Die Flüchtlinge können viele Probleme des demografischen Wandels hierzulande lösen". Sie seien hochmotiviert – "wer den Willen für eine solche Flucht gezeigt hat, der will sich auch einbringen und arbeiten", ist Welzer überzeugt.

Königssteiner Schlüssel ungeeignet
Der Oberbürgermeister der Stadt Goslar, Boris Junk, sieht in der Flüchtlingswelle vor allem eine Chance abseits der Boomtowns – für Klein- und Mittelstädte. Auch Staatssekretär Kleindiek berichtete von einem Landrat in Mecklenburg-Vorpommern, der, wie Junk, seine Bereitschaft äußerte, mehr Flüchtlinge aufzunehmen, als dem Landkreis derzeit zugewiesen werden. Gute Infrastruktur, Wohnungsleerstand und Arbeitskräftebedarf sprechen dafür. Indikatoren, die beim Königssteiner Schlüssel, über den derzeit die Flüchtlinge auf die Bundesländer verteilt werden, keine Rolle spielen. Staatssekretär Kleindiek wünschte sich, Zuwanderung mutiger, offener und strategischer zu denken: "Da kommen viele clevere, junge Leute. Die suchen hier Schutz, und wir müssen sie schützen. Aber wir können sie auch gut gebrauchen in unserem Land."

Alterung steht dennoch an
An der Alterung der Bevölkerung wird die Flüchtlingssituation nur relativ gesehen etwas ändern können. Zwar sind die Flüchtlinge in der Mehrheit jüngere Männer und zu einem Drittel minderjährig, jedoch werden die absoluten Zahlen der Älteren in Deutschland in den nächsten Jahren weiterhin beträchtlich steigen – mit all den Herausforderungen an Pflege, Infrastrukturen und Vereinbarkeit mit dem Beruf.
Es gilt weiterhin, innovative Ideen zu entwickeln und politischen Gestaltungswillen zu beweisen: Vereinbarkeits- und Zeitpolitik, flexible und mobile Infrastrukturen, Stärkung des Ehrenamts und der sozialen Kohäsion im Quartier, moderne Personalpolitik und die zentrale Rolle der Familienpolitik – alles Impulse, die in den letzten Jahren durch die Beschäftigung mit dem demografischen Wandel hervorgegangen sind. "Diese Gestaltungschancen machen es reizvoll, über Demografie zu sprechen", sagte Staatssekretär Kleindiek auf dem Kongress. Daher ist es wichtig, die Demografiepolitik der vergangenen Jahre und den Diskurs darüber weiterzuführen.

Nachberichterstattung im Behörden Spiegel zum 10. Demografie-Kongress

Über den Kongress

Mit rund 450 Teilnehmern ist der Demografie-Kongress der jährliche Treffpunkt für Vordenker, Kritiker, Entscheider und Gestalter aus Bund, Ländern, Kommunen, Verbänden und Wissenschaften. Der Demografie-Kongress setzt stets auf aktuelle Themen, Entwicklungen und Diskussionen, Praxisnähe, Austausch und Wissenstransfers. Hierbei legt das Programm ein besonderes Augenmerk auf die „Wandelgestalter “ vor Ort in den Kommunen. Seit neun Jahren begleitet der Kongress die Demographiepolitik von Bund, Ländern und Gemeinden und konnte schon einige Impulse aussenden und Diskussionen auf die politische Agenda setzen.


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