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Demografie-Newsletter

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Sehr geehrte Damen und Herren,

 das Bundesverfassungsgericht hat das Betreuungsgeld gekippt. Kurz nach dem Urteil quoll in der Redaktion des Behörden Spiegel das E-Mail-Postfach über mit begrüßenden Presseerklärungen aus vielen Bundesländern, den kommunalen Spitzenverbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen und Verbänden. Es macht den Anschein, als atme die Republik auf. „Die Entscheidung zeigt: das Betreuungsgeld ist der falsche Weg und hat keine Zukunft“, atmete auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig auf. Die spannende Frage nun ist, wie die freiwerdenden Mittel eingesetzt werden. Eine Möglichkeit wäre, für den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung – hier gibt es weiterhin einen enormen Bedarf. Vor allem in Großstädten wie z.B. in Köln, Stuttgart und Leipzig kam es daher auch zu einer Klagen von Eltern, die für ihre unter dreijährigen Kinder keinen Platz in einer Kita gefunden haben. Wie Kommunen einer solchen Klage erfolgreich entgehen können, darüber spricht der Anwalt, der erfolgreich die Stadt Leipzig verklagt hat, auf dem 10. Demografie-Kongress des Behörden Spiegel am 8. und 9. September in Berlin. Melden Sie sich jetzt an! Das Programm inkl. Anmeldeformular finden Sie  unter www.best-age-conference.com. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre des Newsletters.


Demografie-Newsletter (28. Juli 2015)

Lesen Sie in dieser Ausgabe:

1. Neues zum Demografie-Kongress "Best Age" am 8. / 9. September, Berlin

  • Rudolf Seiters eröffnet zweiten Tag des Demografie-Kongresses
  • Key Note: Harald Welzer, Direktor der gemeinnützigen Stiftung "Futurzwei" gibt Beispiele des Gelingens
  • Flüchtlinge: Diskussion u.a. mit Bilkay Öney, Integrationsministerin Baden-Württemberg und Praxisforum zu Perspektiven für unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge
  •  Forum: (Rechts-)Anspruch und Wirklichkeit bei der Kinderbetreuung – Lösungswege für Kommunen

2. Neues aus dem Bund

  •  Statement von Stephan Articus zum Beschluss des BVerfG zum Betreuungsgeld
  • Demografieportal startet Praxisdialog "Vor Ort medizinisch gut versorgt"
  • BDU verleiht Demografie Exzellenz Award 2015
  • Grüne: Kinder und Jugendliche sollen besser unterstützt werden
  • Neue Jugendstrategie des BMFSFJ: "Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft"
  • BMFSFJ stellt Familien-studie vor
  • Bundesinitiative Ländliche Entwicklung
  • Online-Umfrage DGD/BBSR-Dezembertagung

3. Neues aus den Bundesländern (in Kooperation mit dem Demografieportal des Bundes und der Länder, www.demografie-portal.de)

  • Brandenburg: "Lokales Bündnis Familie Baruther Urstromthal"
  • Brandenburg: Land sucht "familien- und kinderfreundliche Gemeinde"
  •  Baden-Württemberg: Staatsministerium erhält Zertifikat zum Audit berufundfamilie
  • Sachsen-Anhalt: Vergabe des Demografiepreis 2015
  • Niedersachsen: Demografiefeste Unternehmen gewürdigt
  • Rheinland-Pfalz: Chancen der Digitalisierung müssen genutzt werden
  • Berlin: Senat entwickelt neues Personalbedarfskonzept
  • Berlin: Beirat für Familienfragen legt Familienbericht vor
  •  Sachsen-Anhalt: Landesministerium für Arbeit und Soziales stellt eine neue Fachkräfte-Initiative vor
  • Hessen: Sieger des Landeswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" stehen fest

4. Neues aus den Kommunen

  • Ruhrgebiet: Ideenwettbewerb der Brost-Stiftung
  • Wettbewerb: "Gesund älter werden in der Kommune"

5. Neues aus der Wissenschaft

  •  Studie zeigt: Deutschland verliert Attraktivität als Wirtschaftsstandort
  •  Gesundheitsreform: Studie zur Sterberate in den Niederlanden
  •  Lieber spät als nie: Deutsche Eltern glücklicher mit weniger Kindern

1. Neues zum Demografie-Kongress "Best Age" am 8. / 9. September, Berlin

  • Rudolf Seiters eröffnet zweiten Tag des Demografie-Kongresses

Dr. Rudolf Seiters, seit 2003 Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, wird den zweiten Tag, 9. September, des Demografie-Kongresses eröffnen. Das Deutsche Rote Kreuz ist in diesem Jahr Kooperationspartner des Kongresses. Thematisch geht es um gesundheitliche und pflegerische Versorgung und Notfallversorgung auf dem Land. Vor seinem Amt als DRK-Präsident war Dr. Rudolf Seiters über 30 Jahre lang Mitglied des Deutschen Bundestages. Er  war unter anderem Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben sowie Vizepräsident des Deutschen Bundestages. Als Bundesminister des Inneren war er auch für den Zivil- und Katastrophenschutz in Deutschland verantwortlich. Im Rahmen dieser Tätigkeiten hatte Dr. Seiters stets engen Kontakt zum Deutschen Roten Kreuz. Als DRK-Präsident ist der gebürtige Osnabrücker für die strategische Ausrichtung des Deutschen Roten Kreuzes verantwortlich.

  • Key Note: Harald Welzer, Direktor der gemeinnützigen Stiftung "Futurzwei" gibt Beispiele des Gelingens

Harald Welzer, bekannter Soziologe, Sozialpsychologe und Publizist, wird am 8. September die zentrale Key Note halten, mit dem Thema: "Stadt anders denken – Geschichten des Gelingens in der Postwachstumsphase". Welzer ist Mitbegründer und Direktor der gemeinnützigen Stiftung "Futurzwei" und seit Juli 2012 Honorarprofessor für Transformationsdesign an der Europa-Universität Flensburg, wo er das Norbert Elias Center for Transformation Design & Research leitet. Zuvor war Welzer Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research (CMR) und Leiter verschiedener Teilprojekte des Forschungsschwerpunkts KlimaKultur am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen. Zudem war er Professor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke. Die Schwerpunkte seiner Forschung und Lehre sind Erinnerung, Gruppengewalt und kulturwissenschaftliche Klimafolgenforschung.

Welzer plädiert in "Selbst denken - Eine Anleitung zum Widerstand" für einen reduktiven Lebensstil im Gegensatz zum "alles immer". Es gehe nicht um Wachstum, Effizienz und Konsum, sondern um Glück und Zukunftstauglichkeit. Weder das Glück und noch die Zukunftstauglichkeit hänge aber im Wesentlichen vom Besitz ab. Welzer kritisiert, dass der gegenwärtig praktizierte Lebensstil unserer Gesellschaft durch hypertrophes Wachstum seine eigenen Voraussetzungen konsumiere. Mit der gemeinnützigen Stiftung Futurzwei. Stiftung Zukunftsfähigkeit, sollen alternative Lebensstile und Wirtschaftformen aufgezeigt und gefördert werden. Weitere Informationen unter: www.futurzwei.org

  • Flüchtlinge: Diskussion u.a. mit Bilkay Öney, Integrationsministerin Baden-Württemberg und Praxisforum zu Perspektiven für unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge

Der Nachmittag des zweiten Kongresstages steht im Zeichen des aktuellen Flüchtlingsthemas. "Die Flüchtlingsfrage – Zuwanderung zwischen Solidarität, demografischer Notwendigkeit und gesellschaftlicher Integration" ist der Titel der Podiumsdiskussion im Hauptprogramm. Mit dabei sind:

Oliver Junk, Oberbürgermeister der Stadt Goslar. Er bemüht sich darum, mehr Flüchtlinge aufzunehmen, um u.a. die Folgen des demografischen Wandels für die Stadt abzumildern.

Christian Stahl, Autor des Buches „In den Gangs von Neukölln“. Er begleitete jahrelang einen palästinensischen Jugendlichen in Berlin-Neukölln. Er gibt in seinem Buch einer Reihe wertvoller Impulse für die Integrationsdebatte in Deutschland.

Bilkay Öney war von September 2006 bis Mai 2009 integrationspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin. Seit dem 12. Mai 2011 ist sie in Baden-Württemberg im Kabinett Kretschmann Landesministerin für Integration.

Udo Beckmann, Bundesvorsitzender Verband Bildung und Erziehung e. V.

Moderiert wird die Diskussion von Michael Löher, Vorstand des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V.

Zuvor geht es in einem Forum darum, wie Kommunen Chancen für unbegleitete Minderjährige schaffen können.

  • Forum: (Rechts-)Anspruch und Wirklichkeit bei der Kinderbetreuung – Lösungswege für Kommunen

Rechtsanspruch vs. Platzmangel: Kommunen schaffen es vielerorts nicht, genügend Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen, den Kitaausbau bedarfsgerecht und effizient zu gestalten und zur Verfügung stehende Plätze revisionssicher zu vergeben. Hunderte Eltern verklagen bereits jetzt ihre Kommunen. Rechtsanwalt Klaus Füßer erklärt in seinem Vortrag, wie er die Stadt Leipzig erfolgreich auf Schadenersatz wegen fehlender Kita-Plätze verklagt hat und wie Kommunen dies vermeiden könnten.

Über 60 Kommunen in ganz Deutschland haben sich bereits dafür entschieden, bei der Vergabe und Verwaltung von Kinderbetreuungsplätzen mit LITTLE BIRD neue Wege zu gehen – eine davon ist die Stadt Friedrichshafen. Julia Holzhauer, Abteilungsleiterin Kitas der Stadt Friedrichshafen spricht über die für alle Beteiligten effiziente Organisation der Kinderbetreuung und zufriedene Eltern in Friedrichshafen.

Auch Anke Odrig, Gründerin und Geschäftsführerin der Little Bird GmbH wird beim Demografie-Kongress dabei sein und zeigen, was LITTLE BIRD für Kommunen leistet und leisten kann – inzwischen nämlich nicht nur die Kitaplatz-Vergabe und - Verwaltung, sondern ebenso die Vergabe- und Verwaltungsprozesse rund um die Ferienbetreuung und Anmeldung für Grundschulkinder.

2. Neues aus dem Bund

  • Städtetag: Mittel für Betreuungsgeld für Kinderbetreuung verwenden

Dr. Stephan Articus, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, hat sich zu dem Entschluss des Bundesverfassungsgerichts gegen das Betreuungsgeld ausgesprochen. Der Deutsche Städtetag plädiert dafür, die eigentlich für das Betreuungsgeld vorgesehenen Mittel von insgesamt 900 Millionen Euro trotzdem weiterhin für die Kindertagesbetreuung zu verwenden und beispielsweise die Kinderbetreuung von Kindern unter drei Jahren in Kommunen auszubauen. Auch die Qualität der Kitas und Kindergärten solle verbessert werden: Durch eine steigende Zahl von Kindern in öffentlichen Betreuungseinrichtungen würden auch die Anforderungen an Bund und Länder immer größer, Kindertagesstätten und Tagespflege bedarfsgerecht auszubauen.

2013 hatte Hamburg Klage gegen das Betreuungsgeld erhoben, worauf das Bundesverfassungsgericht zu dem Schluss gekommen war, dass der Bund für die Auszahlung eines solchen nicht zuständig ist. Hier geht es zum dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts: http://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2015/07/fs20150721_1bvf000213.html

  • Demografieportal startet Praxisdialog "Vor Ort medizinisch gut versorgt"

Gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat das Demografieportal des Bundes und der Länder am 22. Juni den neuen Praxisdialog "Vor Ort medizinisch gut versorgt" vorgestellt. Noch bis zum 31. Juli haben Interessierte dort die Möglichkeit, sich über das Versorgungskonzept  "Mundgesund trotz Handicap und hohem Alter" zu informieren, einem Konzept zur vertragszahnärztlichen Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen, das von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) initiiert worden ist. Im Praxisdialog beantworten Ansprechpartner der KZBV und Mediziner des Universitätsklinikums München Fragen zu dem Projekt und stehen für einen Erfahrungsaustausch zur Verfügung. Außerdem können Betroffene und ihre Angehörigen Ideen einreichen, wie die Initiative noch mehr nach ihren Wünschen gestaltet werden kann. Grundlage für die Erstellung des Versorgungskonzepts waren Modellprojekte wie das des Teamwerks Bayern zur häuslichen Versorgung pflegebedürftiger Patienten, mit dem seit 2010 deutliche Verbesserungen in der Patientenversorgung erzielt werden konnten: So haben Pflegebedürftige seit April 2013 die Möglichkeit, Anspruch auf Besuch eines Zahnarztes bei sich zuhause zu erheben.

Den Link zum Portal finden Sie hier:

http://www.demografie-portal.de/DE/Mitreden/13_Gesundheit/gesundheit_node.html

  • BDU verleiht Demografie Exzellenz Award 2015

Die Studie "Demografie Exzellenz" des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) zusammen mit dem Demographie Netzwerk (ddn) hat gezeigt, dass mittelständische Unternehmen nicht über genug Problembewusstsein für die Herausforderungen des demografischen Wandels verfügen. Vor diesem Hintergrund werden nun Organisationen gesucht, die auf dem Gebiet der demografieorientierten Unternehmenspolitik beispielhafte Arbeit geleistet haben. Denn die Auswirkungen des demografischen Wandels seien laut der Studie bereits jetzt deutlich in Unternehmen spürbar. Dies äußere sich unter anderem in einer Überalterung der Angestellten: In jedem zehnten Unternehmen seien mehr als 40 Prozent der Mitarbeiter älter als 55 Jahre. "Obwohl der demografische Wandel vielfach in der Wirtschafts- und Arbeitswelt angekommen ist, werden die damit verbundenen Herausforderungen weiterhin stark unterschätzt" kommentierte Dr. Uwe Schirmer, Leiter der Studie. Mit dem Demografie Exzellenz Award Deutschland (DEA), der 2009 eingeführt worden ist, möchten die Verbände nun Projekte ehren, die sich aktiv mit der Problematik des demografischen Wandels auseinandersetzen und durch ihr gutes Personalmanagement als Vorbild für andere Institutionen dienen können.

Teilnehmen können Unternehmen, Organisationen und Körperschaften aller Größenklassen und Branchen aus dem gesamten Bundesgebiet. Bewerbungsschluss ist der 31. August. Mehr Informationen zum Award und zur Teilnahme hier:

http://www.demografie-exzellenz.de/fileadmin/presse/Start_DEA_Wettbewerb2015.pdf

  • Grüne: Kinder und Jugendliche sollen besser unterstützt werden

Die Demografie AG der Grünen hat in ihrem Abschlusspapier in einem ersten Cluster die Zielsetzungen und Schwerpunkte der nächsten Monate im Bereich Kinder- und Jugendarbeit veröffentlicht. Im Vordergrund soll dabei die Interessensbildung stehen. Kinder und Jugendliche sollen selbst entscheiden dürfen, wie sie ihr Leben gestalten und mehr Unterstützung durch den Bund erhalten. Diese Forderungen waren in den vergangenen Monaten in der Diskussion und im Austausch mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Verbänden unter Leitung der demografiepolitischen Sprecherin Doris Wagner entstanden. Die Arbeitsgruppe hat außerdem entschieden, dass sie die Rechte Minderjähriger fester im Grundgesetz verankern möchte und das Mitspracherecht von Jugendlichen stärken möchte: So soll das Wahlalter auf 16 Jahre gesenkt und die Qualitätsstandards, die 2002 im nationalen Aktionsplan "für ein kindergerechtes Deutschland 2005-2015" festgehalten wurden, umgesetzt werden. Mehr zur Kampagne unter http://www.gruene-bundestag.de/themen/demografischer-wandel/wir-nutzen-die-energie-der-erneuerung_ID_4395510.html

  • Neue Jugendstrategie des BMFSFJ: "Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft"

Unter dem Motto "Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft" stellte Bundesjugendministerin Manuela Schwesig am 9. Juli in Berlin die neue Jugendstrategie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) vor. Mithilfe von Experten aus Politik und Fachwelt und Schülern hatte das Ministerium Vorhaben entwickelt, um die Jugendpolitik 2015-2018 jugendgerechter zu gestalten und die Zusammenarbeit mit jungen Menschen zu fördern.

Die Jugendstrategie versteht sich als Plattform und Einladung für Entscheidungsträger auf Bundes- und Landesebene zur strategischen Zusammenarbeit im Sinne junger Menschen.

Geplante Maßnahmen sind unter anderem die Einführung eines Jugend-Checks zur Überprüfung politischer Vorhaben auf Jugendfreundlichkeit und die Erstellung einer Internetbeteiligungsplattform, die es Minderjährigen erleichtern soll, sich politisch zu beteiligen. Zur Website der Koordinierungsstelle geht es hier: https://www.jugendgerecht.de/

  • BMFSFJ stellt Familienstudie vor

Am 7. Juli stellte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig gemeinsam mit Prof. Dr. Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach die Studie "Weichenstellungen für die Aufgabenteilung in Familie und Beruf" vor. Die Studie hatte untersucht, wie Paare mit kleinen Kindern in Deutschland sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie vorstellen und wie sie diese Vereinbarkeit selbst gestalten. Dazu wurden mehr als 3.000 Mütter und Väter in Partnerschaften mit Kindern unter sechs Jahren befragt. Ergebnis der Allensbach-Studie war, dass sich das Erwerbstätigkeitsmodell der meisten Partner mit Geburt des Kindes verändert: Viele Männer bleiben in Vollzeit, Frauen gehen in Teilzeit. Nur bei 15 Prozent aller Paare behalten beide Partner ihre Vollzeitstellen. Eltern in Deutschland wünschen sich bessere Rahmenbedingungen, um Arbeit und Familie zu vereinen. Dazu gehören bessere Betreuungsmöglichkeiten und eine modernere Familienpolitik. Schwesig warb bei der Vorstellung der Studie für die Idee der Familienarbeitszeit. Dieses Modell sieht vor, dass beide Eltern maximal drei Jahre lang eine 80 Prozent Stelle belegen und dabei staatlich gefördert werden. http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/familie,did=217438.html

  • Bundesinitiative Ländliche Entwicklung

Im Rahmen der Bundesinitiative Ländliche Entwicklung kamen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Bürgermeister Roland Schäfer und Landrat Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistags, Anfang Juli zu einem Gespräch in Berlin zusammen. Im Mittelpunkt stand dabei die Stärkung des ländlichen Raumes. Die Gesprächsteilnehmer kamen zu dem Schluss, dass die Gestaltung zukunftsfähiger ländlicher Räume nur durch eine Weiterentwicklung der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) in eine Gemeinschaftsaufgabe für den ländlichen Raum und den flächendeckenden Breitbandausbau gelingen könne. Außerdem müssten die Lebensverhältnisse auf dem Land verbessert und somit Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit ländliche Regionen auch in Zukunft als attraktive Wohnorte dienen können. Zur bundesinitiative Ländliche Entwicklung:

http://www.bmel.de/DE/Laendliche-Raeume/laendliche-raeume_node.html

  • Online-Umfrage DGD/BBSR-Dezembertagung

Auch in diesem Jahr möchten die Organisatoren der DGD/BBSR-Dezembertagung, die vom 3.12. - 4.12.2015 in Berlin stattfinden wird, interessierte Bürger und Bürgerinnen wieder direkt in die Themenfindung ihrer Tagung mit einbinden. Bereits im letzten Jahr hatten die Organisatoren dazu aufgerufen, Themenvorschläge für das Treffen im Dezember einzureichen. Unter den Einsendungen wurden anschließend drei Themen ausgewählt. In Form einer Online-Umfrage möchten die Initiatoren nun ermitteln, welches von den drei Themen auf das meiste Interesse stößt. Die Umfrage läuft noch bis zum 7. August. Den Umfrage-Link finden Sie hier: https://www.umfrageonline.com/s/1b7ecf8

3. Neues aus den Bundesländern (in Kooperation mit dem Demografieportal des Bundes und der Länder, www.demografie-portal.de)

  • Brandenburg: "Lokales Bündnis Familie Baruther Urstromthal"

Als "Demografie-Beispiel" ist am 15. Juni in Brandenburg das "Lokale Bündnis für Familie Baruther Urstromtal" ausgezeichnet worden. Das Bündnis wird vom Verein für Arbeitsförderung und berufliche Bildung (VAB) koordiniert und setzt sich seit 2007 für eine familienfreundliche Infrastruktur ein. Der Preis für gelungene Demographie wird monatlich vom Land Brandenburg in Auftrag gegeben und wurde im Juni durch Birgit Gidde, Abteilungsleiterin der Staatskanzlei, vergeben. Das Bündnis für Familien aus dem Baruther Urstromthal arbeitet mit insgesamt 49 Partnern aus der Gemeinde Nuthe-Urstromtal, den Städten Baruth und Luckenwalde und verschiedenen Unternehmen und Verbänden aus der Region zusammen. Auf dem "Marktplatz der Möglichkeiten" stellt die Staatskanzlei Brandenburg weitere Initiativen vor, die als Vorbild für den Umgang mit dem demografischen Wandel dienen können. Zur Website der Staatskanzlei Brandenburg: http://www.stk.brandenburg.de/cms/list.php/stk_start

  • Brandenburg: Land sucht "familien- und kinderfreundliche Gemeinde"

Familienministerin Diana Golze gab Ende Juni den Startschuss für die Teilnahme am 8. Landeswettbewerb für "familien- und kinderfreundliche Gemeinden". Gesucht werden auch dieses Jahr wieder Brandenburger Gemeinden, die sich besonders für die Bedürfnisse von Familien einsetzen. "Brandenburg ist ein familienfreundliches Land. Einen großen Anteil daran haben die vielen engagierten Kommunen, die die Interessen und Bedürfnisse von Familien und Kindern vor Ort besonders berücksichtigen. Das lohnt sich für alle, denn Investitionen in die Familienpolitik stärken das soziale Zusammenleben der verschiedenen Generationen." erklärte Golze. Im Fokus der Jury stehen dieses Jahr vor allem Gemeinden, die Wert auf Chancengerechtigkeit legen und sich mit der Frage beschäftigen, wie der Umgang mit Familien und Kinder im Land fairer gestaltet werden kann.

Brandenburger Städte und Gemeinde können sich noch bis zum 04. September bewerben. Bei der Preisverleihung Anfang Dezember werden die besten Beiträge mit Geldpreisen ausgezeichnet. Diese sollen anschließend von den Preisträgern genutzt werden, um die weitere Entwicklung ihrer Kommunen zu fördern. Der Landeswettbewerb wurde schon im Jahre 1998 von der Sozialministerin Regine Hildebrandt ins Leben gerufen und wird seit 2005 alle zwei Jahre veranstaltet. Interessierte können sich unter folgendem Link über den Wettbewerb informieren: http://www.masgf.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.404910.de

  • Baden-Württemberg: Staatsministerium erhält Zertifikat zum Audit berufundfamilie

Das Staatsministerium Baden-Württemberg erhält auch dieses Jahr wieder das Zertifikat zum Audit berufundfamilie. Damit würdigt die Hertie-Stiftung Institutionen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern. Wird ein Unternehmen geprüft und entspricht den Kriterien für familienfreundliche Unternehmenspolitik, so erhält es das drei Jahre gültige Zertifikat. Bereits in den Jahren 2008 und 2014 war Baden-Württemberg für seine familienfreundliche Politik zertifiziert worden. Grund für die Würdigung in diesem Jahr ist unter anderem die Inbetriebnahme des Kinderhauses "Reitzensteinle" in Stuttgart. Die Kindertagesstätte wurde Ende letzten Jahres eröffnet und bietet Betreuungsplätze für insgesamt 50 Kinder. Ein weiterer Grund für die Ehrung der baden-württembergischen Familienpolitik war die flexible Arbeitsplatzgestaltung des Landes:

In Baden-Württemberg wird Telearbeit als Regelarbeitsform angeboten und gibt berufstätigen Müttern und Vätern die Möglichkeit, auch von zuhause aus zu arbeiten.  Zur Seite des Landes Baden-Württemberg: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/startseite/

  • Sachsen-Anhalt: Vergabe des Demografiepreis 2015

Zusammen mit der Demografie-Allianz vergibt das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr (MLV) in diesem Jahr zum dritten Mal den "Demografie-Preis Sachsen-Anhalt". Damit ehrt es  Institutionen, Privatpersonen und Unternehmen, die einen entscheidenden Beitrag zur Gestaltung des demografischen Wandels im Land leisten. Nominiert werden unter anderem Initiativen, die Einrichtungen und Familien unterstützen oder die Nachbarschaftshilfe in kleineren Gemeinden fördern. Interessenten können sich noch bis zum 18. September in den drei verschiedenen Kategorien "Bewegen: Lebensqualität in Stadt & Land gestalten", "Willkommen: Fachkräfte und junge Leute gewinnen" und "Wachsen: Familien und Kinder stärken" bewerben. Der Ministerpräsident des Landes, Dr. Reiner Haseloff wird am 19. November im Palais im Fürstenwall in Magdeburg persönlich die Gewinner des Preises küren. http://www.demografie-projekte.de/21-demografiepreis/176-demografiepreis-sachsen-anhalt-2015

  • Niedersachsen: Demografiefeste Unternehmen gewürdigt

Am 8. Juni wurde auf dem Demografie-Fest in Hannover erstmals das neue Zertifikat "Demografiefest. Sozialpartnerschaftlicher Betrieb" an 12 niedersächsische Unternehmen vergeben. Mit dem Zertifikat ehren das Wirtschaftsministerium Niedersachsen und die Fachkräfteinitiative des Bundeslandes gemeinsam mit der Demografieagentur für niedersächsische Wirtschaft Unternehmen, die mit sozialpartnerschaftlichen Lösungsansätzen erfolgreich dem Arbeitsmarktwandel begegnen. Die Zertifizierung erfolgt kostenlos und gilt anschließend zwei Jahre lang. Bundesweit ist sie bisher einzigartig und laut NM-Geschäftsführer Volker Schmidt ein "glaubwürdiges Aushängeschild" für Unternehmer. Ein DemografieCheck prüft im Vorhinein anhand eines Fragenkatalogs, ob das Unternehmen den Gesetzesvorgaben der Bundesregierung entspricht und einen sozialpartnerschaftlichen Umgang mit seinen Arbeitnehmern pflegt. Kann ein Unternehmen die Kriterien erfüllen, erhält der Arbeitgeber durch die Demografieagentur neben einer Auszeichnung auch Unterstützung in Fragen der Personalstrategie und der Führungskultur. In diesem Jahr ausgezeichnet wurde unter anderem die Stadt Wolfsburg mit insgesamt rund 2500 beschäftigten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Dort erhalten Arbeitnehmer durch die Stadtverwaltung regelmäßig die Möglichkeit, sich durch Fortbildungen und Lehrgänge weiterzubilden. Mehr zum Zertifikat unter: http://www.demografieagentur-nds.de/zertifikat.html

  • Rheinland-Pfalz: Chancen der Digitalisierung müssen genutzt werden

Anlässlich der Veröffentlichung der vierten Bevölkerungsvorausberechnung durch das statistische Landesamt Rheinland-Pfalz erklärten Demografiestaatssekretär David Langner und Innenstaatssekretär Randolf Stich, dass das Land künftig verschiedene Maßnahmen ergreifen will, um dem demografischen Wandel zu begegnen. Eine davon ist der Breitbandausbau in ländlichen Gegenden. Dabei dient die regionalisierte Vorausberechnung des Statistischen Landesamtes als wertvolle Arbeitsgrundlage für die Weiterentwicklung der Demografiestrategie der Landesregierung. In der Erhebung hatte sich gezeigt, dass der demografische Wandel von Kommune zu Kommune sehr unterschiedliche Auswirkungen auf ländliche Gebiete haben wird. Auch die wachsende Zuwanderung ausländischer Immigranten wird laut der Prognosen die Folgen des demografischen Wandels nicht kompensieren können. Deswegen wolle man gute Bedingungen schaffen, um auf den Bevölkerungsrückgang zu reagieren. Unter anderem sollen die "Chancen der Digitalisierung" genutzt und zum Jahr 2018 eine flächendeckende Versorgung mit Brandbeiten von 50 Mbit/s gewährleistet werden. Des Weiteren wurde das Projekt "Digitale Dörfer" eingeführt, ein Projekt, um den Ausbau von Technologien im ländlichen Raum voranzutreiben und so neue Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen. Auch in diesem Jahr wird vom 2. bis zum 9. November im Rahmen der Initiative "Zusammenland Rheinland-Pfalz – Gut für Generationen" wieder die landesweite Demografiewoche stattfinden. Dabei haben Organisationen und Verbände die Möglichkeit, ihre Projekte für eine demografiefeste Zukunft vorzustellen. http://www.demografiewoche.rlp.de/

  • Berlin: Senat entwickelt neues Personalbedarfskonzept

Bis 2021 werden rund 27.000 Berliner Beschäftigte altersbedingt ausscheiden. Um trotzdem die Qualität der Dienstleistungen und die Leistungsfähigkeit des Öffentlichen Diensts zu gewährleisten, hat der Berliner Landessenat ein neues Personalbedarfskonzept entwickelt. Im Fokus der Neuerungen stehen die Neurekrutierung von Fachkräften und die Förderung der Weiterbildung von Fachkräften im Dienst. Zusammen mit dem Entwurf zum Doppelhaushalt 2016/2017 hat der Berliner Senat ein Konzept entworfen, das vorsieht, Aktualisierungen im Personalbereich durchzuführen und dadurch auch künftig die Leistungsfähigkeit und Effektivität des öffentlichen Dienstes zu gewährleisten. Unter anderem soll neues Personal ausgebildet und eingestellt werden, Fachkräfte weitergebildet und das E-Recruiting verbessert werden. Gerade in fachspezifischen Bereichen wie dem Gesundheitssystem und dem Bereich Bauen und Planen steht die Regierung vor dem großen Problem, dass hohe Ausscheidungsquoten für einen erhöhten Mehrbedarf an Fachpersonal sorgen. Die geplanten Maßnahmen sollen hier Abhilfe schaffen: Der Senat geht davon aus, dass Berlin durch wachsende Einsparungen in der Personalverwaltung im Jahr 2018 ganze 109.000 Vollzeitstellen im Öffentlichen Dienst zu verzeichnen haben wird. Dabei sollen die durch Altersausscheiden frei werdenden Stellen durch für den Haushalt 2016/2017 geplante Neueinstellungen nachbesetzt werden. Aufgrund des rasanten Wachstums der Stadt besteht in der Stadtverwaltung momentan noch ein erheblicher Mehrbedarf an Vollzeitstellen. Mehr zum Thema unter: http://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2015/pressemitteilung.341146.php

  • Berlin: Beirat für Familienfragen legt Familienbericht vor

Michael Müller, amtierender Bürgermeister der Stadt Berlin, hat am 22. Juli den Berliner Familienbericht entgegengenommen. In dem Bericht legt der durch den Senat berufene Berliner Beirat für Familienfragen in jeder Legislaturperiode fest, wie die Familienpolitik Berlins noch verbessert werden kann und formuliert wichtige Anregungen für den Senat. Besonders zu beachten bei der politischen Arbeit der nächsten Jahre seien laut des Beirats mehr ressortübergreifendes Denken und eine verstärkte Berücksichtigung der Interessen der Bürger. Für die Erstellung ihres Berichts hatte war das Gremium zuvor in Kontakt mit Berliner Bürgern und Bürgerinnen getreten und hatte sich intensiv darum bemüht, die Anregungen und Interessen der Familien in ihrem Bericht zu berücksichtigen.

In den kommenden Monaten werden die 26 Beiratsmitglieder die Befunde aus dem Bericht in Politik und Verwaltung tragen und sich darum kümmern, dass politisch neue, familiengerechtere Akzente gesetzt werden können. Zur Website des Familienbeirats: http://www.familienbeirat-berlin.de/

  • Sachsen-Anhalt: Landesministerium für Arbeit und Soziales stellt neue Fachkräfte-Initiative vor

Arbeitsminister Norbert Bischoff startete Mitte Juli die Landesinitiative "Fachkraft im Fokus". Bisher werden dadurch Angebote wie das Fachkräfteportal PFIFF, das Kommunikations-netzwerk Network KMU und die Personal- und Organisationsberatung für kleine und mittlere Betriebe vereint. Ziel der Kampagne ist es, Unternehmen für die Vorteile attraktiver Beschäftigungsmöglichkeiten im Wettbewerb um gut ausgebildetes Personal zu sensibilisieren und das Interesse von Fachkräften für Unternehmen zu stärken. Außerdem soll die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen in Form von gesonderter Unterstützung durch sogenannte Willkommensbegleiter gefördert werden. Unterstützt wird die Initiative durch den Förderservice GmbH der Investitionsbank Sachsen-Anhalt und die Magdeburger Beratungsfirma MA&T Organisationsentwicklung GmbH. Sie war vom Ministerium für Arbeit und Soziales Sachsen-Anhalt in Auftrag gegeben worden und wird sowohl durch Mittel aus dem Europäischen Sozialfond als auch durch die Agentur für Arbeit finanziert. Mehr Informationen zur Fachkräfteinitiative finden Sie hier: http://www.fachkraft-im-fokus.de/

  • Hessen: Sieger des Landeswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" stehen fest

Nachdem die Bewerber vom 16. Juni bis zum 1. Juli durch die Landesbewertungskommission bereist worden waren, stehen nun die Sieger fest. Beim Wettbewerb hatten Dörfer und Gemeinden Hessens versuchen könne, die Jury mit kreativen Projekten und Ideen zu begeistern. In einem ersten Entscheid hatten die Teilnehmerdörfer an Regionalentscheiden teilgenommen, die 16 erfolgreichsten der insgesamt 119 Teilnehmerdörfer traten anschließend in einer zweiten Runde auf Landesebene gegeneinander an. Die Preise für die Gewinner des Wettbewerbs werden in zwei Gruppen vergeben: In Gruppe A sind Dörfer vertreten, die bisher am Dorfentwicklungsprogramm bzw. an der Städtebauförderung teilnahmen, die Dörfer in Gruppe B waren bisher durch keines dieser Programme gefördert worden. Bei der Preisverleihung am 11. Oktober werden die Erstplatzierten Geldbeträge in Höhe von 5.000€, zweitplatzierte 3.000€ und drittplatzierte jeweils 2.000€ erhalten. Gewinner der Gruppe A war Germerode aus dem Werra-Meißner-Kreis, in der Kategorie B gewann Oedelsheim aus der Gemeinde Oberweser. Beim 25. Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" in Hessen nächstes Jahr werden die beiden Dörfer die Landesvertretung übernehmen. Den Sonderpreis "Jugend im Dorf" erhielt Drommershausen in Weilberg. Mehr Informationen zum Wettbewerb finden Sie unter: http://www.bmel.de/DE/Laendliche-Raeume/BULE/Wettbewerbe/_texte/Dorfwettbewerb_Dossier.html

4. Neues aus den Kommunen

  • Ruhrgebiet: Ideenwettbewerb der Brost-Stiftung

Anfang März hat die Brost-Stiftung unter dem Motto "Demografischer Wandel als Fortschrittsmotor" den Ideenwettbewerb zur Förderung generationenübergreifender Zusammenarbeit ausgerufen. Gesucht wurde nach Projekt-Vorschlägen für die zukünftige Sicherung eines gerechten, solidarischen und friedvollen Miteinanders im Ruhrgebiet. Aus den 129 eingegangenen Bewerbungen wählt die Stiftung nun die Gewinner aus. Es werden Preise in zwei verschiedenen Kategorien vergeben: Kategorie A richtet sich an Ämter, Behörden, Dezernate, Kommunen und Forschungs-institute, Kategorie B an Verbände, Stiftungen und Bürgergruppen.  Zu gewinnen gibt es jeweils Geldbeträge von bis zu 30.000€ für den ersten Platz in der Kategorie A und 15.000€  für den ersten Platz in der Kategorie B. Bis zum 30. Juni hatten die Teilnehmer Projektvorschläge online oder per Post einsenden können. Diese werden nun bis zum Herbst von einer Jury bewertet. Die besten Beiträge werden anschließend bei der Preisverleihung am 19. Oktober in der Katholischen Akademie "die Wolfsburg" in Mühlheim an der Ruhr geehrt. http://kooperation-ruhr.de/wettbewerb/

  • Wettbewerb: "Gesund älter werden in der Kommune"

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat gemeinsam mit dem Verband Private Krankenversicherung e.V. (PKV) und kommunalen Spitzenverbänden den Wettbewerb "Gesund älter werden in der Kommune- bewegt und mobil" gestartet. Die Initiative soll die Mobilitäts- und Bewegungsförderung alter Menschen in Kommunen unterstützen und dazu anregen, sich darüber Gedanken zu machen, wie die Bedürfnisse alter Menschen mehr berücksichtigt werden können. Eingeladen zur Teilnahme sind alle deutschen Städte, Kreise und Gemeinden ihre Beiträge noch bis zum 24. September einzureichen. Das Deutsche Institut für Urbanistik (DifU) wird sie anschließend bewerten und die besten Einsendungen bei der Preisverleihung im März nächsten Jahres ehren. Weitere Infos zum  Wettbewerb und die Bewerbungsunterlagen finden Sie hier: http://www.wettbewerb-aelter-werden-in-balance.de/

5. Neues aus der Wissenschaft

  •  Studie zeigt: Deutschland verliert Attraktivität als Wirtschaftsstandort

Deutschland hinkt bei den Geburten weltweit deutlich hinterher. Dadurch sinkt laut BDO International Business Compass (BIC) der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zusammen mit dem Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) die Attraktivität als Wirtschaftsstandort. Die Studie ist dieses Jahr zum vierten Mal veröffentlicht worden und ergab, dass der für den Wirtschaftswachstum eines Landes relevante Bevölkerungsanteil der 20- bis 65-Jährigen in Deutschland aktuell noch bei 61 Prozent liegt. Nach Prognosen der UN wird er bis 2030 jedoch auf lediglich 54 Prozent schrumpfen. Dr. Arno Probst, Vorstandsmitglied der BDO, erklärte dass die Demografie das Problem des Fachkräftemangels sie. Ohne starke Arbeitsmärkte als zentralen Standortfaktor könne Deutschland seinen wirtschaftlichen Vorsprung seiner Meinung nach auf Dauer nicht aufrechterhalten.

In den vergangenen Jahren wurden hierzulande durchschnittlich 8,3 Kinder je 1.000 Einwohnern geboren. Damit liegt Deutschland noch hinter Japan: Dort lag der Wert bei 8,4 Kindern je 1.000 Einwohner. Um als Wirtschaftsstandort trotzdem weiterhin attraktiv zu bleiben, müsse Deutschland laut der BDO neben einem verbesserten Personalmanagement zudem dafür sorgen, dass die Erwerbsarbeit junger Frauen weiterhin gestärkt werde.

Mehr Informationen zur Studie der BDO: http://www.bdo.de/dateien/user_upload/pdf_rtf_presse/PM_2015/20150529_PM_IBC_Geburtenrate_HWWI.pdf

  • Gesundheitsreform: Studie zur Sterberate in den Niederlanden

Während die Sterblichkeit alter Menschen in den meisten Industrieländern schon seit Ende der 80er und 90er Jahre zurückgeht, stagnierte sie in Holland lange Zeit und verringerte sich erst nach einer Gesundheitsreform im Jahre 2001. In einer Studie hat Frederik Peters vom Lehrstuhl für Demographie der Universität Rostock nun untersucht, ob dieser Rückgang wirklich auf die Reform zurückzuführen ist: In der Studie unterteilte er Patienten in vier Gruppen, um nachzuvollziehen, wie Erkrankungen und Medikamentennutzung vor und nach der Reform mit der Sterberate zusammenhängen. Peters separierte die Patienten in Abhängigkeit von der schwere und Chronizität ihrer Krankheiten und prüfte, wie viele Medikamente sie vor ihrem Tod eingenommen und wie oft sie ärztliche Hilfe in Anspruch genommen hatten. Die Daten glich er anschließend mit den Sterberegistern der Jahre nach der Reform ab. Das Ergebnis von Peters Studie ist, dass der Rückgang der Sterberate nicht durch eine höhere Nutzung der Gesundheitsdienstleistungen bedingt ist. Lediglich bei den am schwersten erkrankten Menschen mit einer tödlichen und einer nicht tödliche Krankheit konnten die Forscher einen Zusammenhang zwischen Gesundheitsreform und Todesfällen feststellen. Was die übrigen Probanden betrifft, scheint das Sterberisiko bei einer erhöhten Inanspruchnahme medizinischer Versorgungsangebote jedoch eher zu steigen: Laut Peters und seinen Kollegen sei dieses paradoxe Ergebnis jedoch auf Störfaktoren zurückzuführen, die in der Studie vernachlässigt wurden.

http://www.demografische-forschung.org/archiv/defo1502.pdf

  • Lieber spät als nie: Deutsche Eltern glücklicher mit weniger Kindern

In einer Studie verglichen die Demografen Mikko Myrskylä vom Max-Planck Institut und Rachel Margolis von der University of Western Ontario nun, welche Faktoren entscheidend für die Zufriedenheit bei Eltern sind. Die beiden Forscher ermittelten aus einer Befragung von über 7.000 Personen aus Deutschland und Großbritannien, wie sich die Zufriedenheit von Eltern im Laufe der Zeit verändert und wie dies mit ihrem Alter und der Anzahl ihrer Kinder zusammenhängt. Bei Erwachsenen über 35 Jahren stieg laut der Untersuchung nach einem kurzen Abfall nach der Geburt die Zufriedenheit ein bis zwei Jahre nach der Geburt wieder an, bei Eltern zwischen 23 und 34 fiel sie jedoch weiter ab. Dies zeigt, dass Eltern, die ihre Kinder eher spät bekommen, in der Regel glücklicher sind.

Ein weiteres Ergebnis der Studie war, das mehr Kinder nicht automatisch glücklicher machen. Die aus den Untersuchungen gewonnen Erkenntnisse zeigen deutliche Parallelen zu den für Industrienationen typischen modernen Entwicklungen auf: Zum einen ließ sich in westlichen Ländern über die letzten Jahre hinweg ein Rückgang der 3-, 4- und 5-Kind Familien aufweisen, des Weiteren verschieben dort immer mehr junge Leute die Familienplanung auf spätere Lebensabschnitte. Laut Mysrkylä ließe sich beobachten, dass bei vielen mit zunehmendem Alter die finanzielle und soziale Sicherheit steigt. Dies könne laut der Studie für viele ein Grund sein, sich mit dem Kinderkriegen Zeit zu lassen. Der Link zur Studie finden Sie hier: http://www.demogr.mpg.de/papers/working/wp-2012-013.pdf

Mit besten Grüßen

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