http://www.best-age-conference.com/
 

Archiv Kongresse

Bund sorgt für neue Dynamik
5. Demographie-Kongress tagte in Berlin / über 400 Teilnehmer

Demographie Kongress SaalNachdem zahlreiche Kommunen und einige Bundesländer in den vergangenen Jahren Demographiestrategien aufgelegt haben, hat das Thema nun auch auf der Bundesebene an Dynamik gewonnen. Dies wurde auf dem 5. Demographie-Kongress des Behörden Spiegel Anfang September deutlich. Direkt oder indirekt waren fünf Bundesressorts am Kongress beteiligt und zeigten so, dass sich die Bundesebene auch jenseits der Sicherung der Sozialsysteme stark mit dem demographischen Wandel auseinandersetzt. Schließlich will die Regierung bis 2011 einen  "Bericht zur demographischen Lage und künftigen Entwicklung des Landes" vorlegen und ein Handlungskonzept entwickeln. Angesichts der streitbaren und gesellschaftsrelevanten Themen wie  Rente mit 67, Fachkräftemangel, Integration, Pflegenotstand, etc. dürfte das nicht ganz einfach werden.

Der letztjährige Demographie-Kongress 2009 stand ganz im Zeichen der Bundestagswahl und formulierte einige Forderungen an die künftige Bundesregierung. Ein Jahr später konnten die versammelten Demographie-Experten auf dem Kongress einige Forderungen von 2009 als „aufgegriffen“ vermerken. Dazu bekannte sich auch Dr. Hermann Kues, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, der dem Kongress die wichtige Rolle des Impulsgebers zusprach. Kues muss es wissen, war er doch bei allen fünf Kongressen dabei. Allerdings: Die Forderung nach einem eigenen „Demographie-Ministerium“ gehörte 2009, anders als Hermann Kues sich erinnerte, nicht dazu. Vielmehr forderten einige Experten einen „Demographiebeauftragten“ der im Bundeskanzleramt angesiedelt sein sollte. Zwar gibt es den Titel des Beauftragten offiziell nicht, dafür aber eine dem neugebildeten Staatssekretärsausschuss für Demographie vorsitzende Staatssekretärin, und die Koordinierung der Demographiepolitik liegt auch nicht im Bundeskanzleramt sondern im Bundesministerium des Innern – aber die Tendenz stimmt.

Vor allem durch die Beschlüsse der Klausurtagung in Meseberg im November 2009, wurde deutlich, dass der demographische Wandel zu den Hauptpolitikfelder der Koalition gehört. Dies spiegelte auch der 5. Demographie-Kongress wider: Neben den langjährigen Partnern, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) waren als neue Partner mit an Bord: das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und das Bundesinstitut für Bevölkerung und Entwicklung (BiB). Durch diese Kooperationen konnten in diesem Jahr eine Vielzahl neuer Forschungsergebnisse vermittelt werden (siehe exemplarisch Seite 5 BiB). Zumindest für den 5. Demographie-Kongress kann attestiert werden: die neue Dynamik in der Demographiepolitik kommt von der Bundesebene. Allerdings steht der Bund noch vor der Umsetzungsphase und die ist bekanntlich weit weniger dynamisch.

Rita SüssmuthDer Demographie-Kongress 2010 setzte auch mediale Akzente: So viel Presseaufmerksamkeit bekam der Kongress seit seinem Einstand 2006 nicht mehr. Die Konferenz war für einen Tag das mediale Ereignis in Berlin. Über 80 Journalisten waren vor Ort und es entstanden über 200 Berichte in Zeitungen, Hörfunk und TV, darunter heute journal, RTL aktuell, dpa. Ursache dieser Aufmerksamkeit war die Teilnahme von Thilo Sarrazin an der Podiumsdiskussion „Besser integriert! – Migration und demographischer Wandel“  des Medienpartners Deutschlandradio Kultur. Die Anfrage und die Zusage von Sarrazin lagen weit vor dem medialen Erdbeben, das das Buch des Ex-Bundesbankers und ehemaligen Berliner Finanzsenators auslöste. Hier traf er auf die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, dem Migrationsforscher Prof. Dr. Klaus Bade, der Die Linke-Politikerin Sevim Dagdelen und dem Bitkom-Präsidenten Prof. Dr. Dr. August-Wilhelm Scheer. Die Moderatorin Annette Riedel von Deutschlandradio Kultur schaffte es, trotz der aktuellen Brisanz, das die Diskussion ums Thema kreiste und nicht um einzelne Personen.

Zwar stand Thilo Sarrazin auch im Fokus der Berichterstattung, aber dennoch schafften es auch andere Themen des Kongresses in die Medien. So strahlte Deutschlandfunk einen Beitrag zur Zukunft der Daseinsvorsorge aus, einem Thema, dem trotz seiner „Lebensnähe“ und Bedeutung für Millionen Menschen in ländlichen Gebieten weiterhin zu wenig Aufmerksamkeit in der breiten Öffentlichkeit geschenkt wird.

 


Eine Initiative des

Behörden Spiegel Logo


In Kooperation mit

Logo "Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend"


Medienpartner

Deutschland Radio


Partner

Logo BMAS

Logo Inqa

Logo BMAS

Logo BBE

 
Partner
Logo der ICT AG